Marc Galal, einer der besten Verkaufstrainer in Europa

NLP: Generalisierung, Verzerrung und Tilgung

Sobald wir heranwachsen beginnen wir die Welt nicht nur mit unseren 5 Sinnen wahrzunehmen, sondern entwickeln darüber hinaus auch ein sprachliches Bild von unserer Umgebung. Im NLP bedienen wir uns dabei der 3 universalen Modellierungsprozesse: Generalisierung, Verzerrung und Tilgung. Ich zeige dir, wie sie funktionieren.

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Die Verarbeitung von Gedanken

Wenn du dich mit jemanden unterhältst, gibst du nicht nur Wörter weiter, sondern dadurch auch einen Teil deiner Gedanken. Dabei ist die Sprache, wenn du so willst, nur eine komprimierte Form von dem, was sich innerlich in dir abspielt. (Lerne durch das Milton Modell deine inneren Prozesse besser zu verstehen). 
Wenn du zum Beispiel einem Bekannten beschreibst, was du gestern erlebt hast, dann findet dies in einer kürzeren Form statt, als es sich wirklich zugetragen hat. Du bringst deine Gedanken also in eine sprachliche Form, damit dein Gegenüber auch versteht, was passiert ist. Dein Gesprächspartner wiederum übersetzt das Gesagte in seine eigenen Gedanken (so vermeidest du Misstöne).
Um mit dem Gesagten also umzugehen, mit den Reizen zu arbeiten, bedienen wir uns verschiedener Modellierungen, die uns helfen, Erfahrungen zu repräsentieren. 


Generalisierung – Erklärung
 

Jeder Mensch verallgemeinert gerne seine Erfahrungen und gibt im Anschluss daran ein Pauschalurteil ab. 
Generalisierung bedeutet, dass wir tausende von Erfahrungen unter einem Banner vereinen. So erfassen wir verschiedene Daten, Erinnerungen und speichern auch Empfindungen ab, ohne das wir dabei alle Einzelheiten benötigen. 
Diese Verallgemeinerungen geschehen vollkommen unterbewusst und dein Perspektiv-Filter schiebt sich immer zwischen den neuen und alten Erfahrungen. Dabei kannst du dich noch so anstrengen, wir alle generalisieren immer, darauf sind wir Menschen einfach programmiert. Würden wir immer alles neu erlernen müssen, ohne uns durch Generealiserung sicher zu sein, dass uns etwas gefällt, nicht gefällt, gut tut oder schlecht für uns ist, würden wir mit nichts anderem mehr beschäftigt sein und irgendwann durchdrehen.
Die Generalisierung kann sich als sehr nützlich erweisen und uns vor schlimmen Fehlern bewahren, jedoch genauso kann es auch verheerend für uns sein, wie du anhand einiger Beispiele sehen wirst. 


Generalisierung – Beispiele


Nehmen wir an, du gehst in ein Restaurant und willst eine neues Gericht probieren. Das Essen kommt, du nimmst einen Bissen, aber es schmeckt nicht. Du generalisierst von nun an, dass dieses spezielle Essen einfach ungenießbar ist und wirst zukünftig die Speise nicht mehr anrühren. Dabei kann es sein, dass der Koch einfach einen schlechten Tag hatte und das Essen deswegen nicht genießbar war. Dennoch hütest du dich ab sofort davor, obwohl es an einem anderen Tag, in einem anderen Restaurant, besser sein könnte.

Ein weiteres Beispiel, damit du einen ersten Eindruck über die Wirkungskraft der Generalisierung bekommst, ist folgendes:
Als kleines Kind streichelst du einen Hund, doch dieser beißt dich. Du generalisierst, dass Hunde beißen, wenn man sie streicheln will. Diese Erkenntnis brennt sich bei dir ein und du wirst von nun an eine ungeheure Angst vor Hunden haben, obwohl du selbst weißt, dass nicht alle Hunde beißen, sondern die meisten Tiere liebenswert sind. Aber sage das einmal jemanden, der richtig große Angst vor Hunden hat. 
Letztlich hast du von einem Einzelfall auf das Kollektiv geschlossen und so etwas generalisierendes geankert

Ein großes Problem, das sich daraus ergibt ist, dass wir uns niemals 100%ig darauf verlassen können. Du hast eine Erfahrung gemacht, berufst dich darauf und schützt dich so scheinbar. Dennoch kann es dich behindern und negative Konsequenzen haben. Stelle dir nur einmal vor, dass deine erste Beziehung eine absolute Katastrophe. Ab dem Punkt generalisierst du, dass Beziehungen und damit verbunden Liebe, Nähe und Zuneigung verletzend sind und dir nicht gut tun. Und all dies nur wegen einer Beziehung und deiner Abstraktion, dass auch zukünftige Beziehungen komplett schlecht ausgehen werden. Im übrigen entstehen im NLP so negative Glaubenssätze, wenn eine Generalisierung derartig stark ist, dass wir fest daran glauben. Erfahre hier, wie du deine Ängste und Phobien besiegst.
 

Tilgung
 

Jeder Mensch hat blinde Flecken in der Wahrnehmung, indem wir Informationen tilgen und löschen und uns damit vor einem Informationsüberfluss schützen. Stell dir nur einmal vor, dass du alle Dinge, die gerade um dich herum geschehen, wahrnehmen würdest. Würden dich alle Reizen aus deiner Umgebung ständig "anfallen" und du müsstest sie immer ungefiltert aufnehmen, würde dein Gehirn schnell heißlaufen.

Wie schnell geht dein Puls, wie ist deine Atmung, die Temperatur des Raumes, der Inhalt dieser Sätze und natürlich auch die Form der Schrift. Und das sind nur die unmittelbaren Dinge, die dich direkt betreffen. Hinzu kommen noch die Menschen, die sich gerade um dich herum befinden oder das Ticken der Uhr, alle Nebengeräusche usw. Es wäre zu viel für jeden Menschen auf all diese Sachen gleichzeitig zu achten. Deswegen tilgen wir Informationen und filtern so das Wichtigste heraus. 
Ebenso ist es mit deinen Erfahrungen. Dein Hirn behält sich immer das Extrakt daraus. Wenn du zum Beispiel einen Autounfall gehabt hast, dann werden dir manche Eindrücke stärker in Erinnerung bleiben, als andere. 
Genauso beim ersten Kuss. Du weißt noch wie sich der Kuss angefühlt hat, wie die Berührung war, das Gefühl, aber vielleicht hast du vergessen, wie dein Partner damals gekleidet war. Und genau hier kann es zu einem Problem kommen, wenn dein Partner dich später einmal fragt, was das Outfit war. Oftmals wird es mit Unaufmerksamkeit verwechselt, dass wir solche Dinge nicht mehr wissen. Dabei warst du sehr aufmerksam, aber du hast dich einfach auf andere Dinge fokussiert.


Verzerrung
 

Viele Erfahrungen und interne Repräsentationen werden von uns zu einem Zerrbild der Realität gemacht. Durch Fantasie und Kreativität nehmen wir das Geschehene und verformen es um. So erschaffen wir eine künstliche Realität, die der Wirklichkeit gleicht, aber nicht identisch mit ihr ist.
Der beste Beweis dafür findet sich in der Literatur, der Musik, den Künsten allgemein, aber auch in den Wissenschaften, der Philosophie und in unserer persönlichen Gedankenwelt. 
Schaue dir einmal nur Gemälde oder auch Fotografien an. Sie zeigen einerseits eine Art der Realität, sie sind andererseits durch die Handlung eines Menschen in einen neuen Kontext gesetzt worden.
Dasselbe passiert, wenn du auf deine Erinnerungen zurückgreifst oder deine Wahrnehmung gestört ist. So kann es passieren, dass du in harmlosen Dingen eine vermeintliche Gefahr erkennst. Oder auch andersherum. Jemand behandelt dich nett und in dir entsteht das Bild, dass derjenige eine Beziehung mit dir eingehen will und alles deutet auf einmal darauf hin. 
Verzerrung bedeutet einerseits, dass wir viel mehr aus der Realität ziehen können, als man objektiv sieht, andererseits kann dies auch zu einem Verhängnis werden. 


Diese 3 Modellierungsarten filtern also unsere Wahrnehmung und helfen uns Reize zu verarbeiten, mit ihnen umzugehen. Achte einmal selbst darauf, wann welcher Filter von dir genutzt wird. Du wirst erstaunliche Entdeckungen machen! Und mit Hilfe von NLP wirst du Schritt für Schritt erkennen, welche Ereignisse und Erinnerungen du wie modelliert hast und zukünftige modellieren kannst. 

META-Modell NLP Formate

Kommentare (1)

  • Ilona Mild
    am 07.03.2019
    Danke für diesen Beitrag. Dieses Thema kenne ich sehr gut, allerdings habe ich mittlerweile gelernt, wie ich damit umgehen kann. Ich handhabe es so (wenn keiner deiner 3 Tipps funktioniert), dass ich dem Kunde sage, ich bin der Meinung, dass dieses Produkt wirklich nichts für ihn ist. In 2 von 3 Fällen, kauft der Kunde - gleich oder etwas später :-) ….und um den dritten Kunde ist es nicht schade, da dieser auch später (erfahrungsgemäß) immer Schwierigkeiten macht

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