2016 August 19

Führen will gelernt sein…

Ich hatte früher mal einen Chef, der hat immer… Von Zeit zu Zeit erzählen Mitarbeiter mir die unglaublichsten Geschichten über frühere Chefs. Sie drehen sich darum, wie Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft heruntergeputzt wurden, wie Mitarbeiter aus dem Dienstplan erfuhren, dass es keine Verwendung mehr für sie gibt und sie gehen mussten, wie Chefs ihre Angestellten angebrüllt, beschimpft und gedemütigt haben. Ja, ich hörte sogar von Chefs, die Schlüssel oder gefüllte Kaffeebecher durchs Großraumbüro warfen. Immer wenn ich so etwas höre, denke ich automatisch: Warum sind die Mitarbeiter da geblieben, warum haben sie sich das gefallen lassen, jedenfalls sicherlich nicht wegen der Erfolge

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2016 August 19
2018-09-30T20:58:23+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

Ich persönlich halte Mitarbeiterführung für eines der wichtigsten Werkzeuge überhaupt, um langfristig Erfolg zu haben. Gutes und motiviertes Personal entscheidet darüber, ob Aufträge an Land gezogen und erfolgreich abgearbeitet werden können, ob Herausforderungen gemeistert werden, ob der Laden läuft oder eben nicht. Doch häufig ist das dem Führungspersonal nicht klar, daher widme ich mich diesem wichtigen Thema heute einmal ausführlicher.


Was bedeutet gute Führung?

Wer führt, der sollte das als Aufgabe und als Privileg betrachten. Im Grunde genommen geht es bei guter Führung darum, Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Person A arbeitet auf Projekt A und braucht dafür X Personal, X Arbeitsgeräte etc. Es gibt ein Problem in Abteilung B. Um es zu lösen bedarf es der folgenden Dinge: X, Y, Z. Wenn die Mitarbeiter dem Führungspersonal vertrauen, dann werden sie die notwendigen Informationen weitergeben, so dass schnell eine Lösung gefunden werden kann. Dann werden Probleme und Fehler kommuniziert, statt sie zu verheimlichen. WENN die Mitarbeiter dem Führungspersonal vertrauen, nur dann…


Wie bekommt man das Vertrauen seiner Mitarbeiter?

Durch Wertschätzung, Ehrlichkeit und Lob. Und vor allen Dingen durch ein gelebtes Miteinander. Ist der Chef nie da, dann wird es schwierig. Gibt es immer wieder einen Austausch über das Tagesgeschehen und ehrliche, konstruktive Gespräche, dann steigen die Chancen. Offene Türen, ein Klima des Miteinanders, Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter, das sind Punkte, die das Vertrauen in das Führungspersonal festigen. Wenn der Chef dann auch noch bei Herausforderungen lösungsorientiert agiert, dann wird er es schaffen, sein starkes Team langfristig zu halten und auch erfolgreich zu werden.


Mehr Fehler, mehr Spaß, mehr Erfolg

Klingt komisch? Ja, erst einmal schon, denn wir leben in einer eigenartigen Welt der vermeintlichen Fehlerlosigkeit. Den Satz „Fehler können wir uns nicht leisten“ habe ich so und in verschiedenen Varianten schon oft in Gesprächen mit Geschäftsführern gehört. Ich widerspreche jedes Mal vehement. Für mich gilt: Wer keine Fehler zulässt, der erlaubt auch keine großen Erfolge und lernt nicht aus den Misserfolgen. Er verweigert sich neuen Herausforderungen und erlaubt seinen Mitarbeitern und dem Unternehmen nicht zu wachsen. Kein Mitarbeiter nimmt freiwillig eine wirklich große Herausforderung an, wenn er weiß, dass er für jeden Fehler, den er macht, büßen muss. Wer jedoch weiß, dass er bei Unsicherheiten fragen kann, dass er Hilfe bekommt, wenn er feststeckt und dass ein Fehler nur bedeutet, dass er wieder etwas gelernt hat und beim nächsten Mal die verdienten Lorbeeren erntet, der macht sich mit Spaß an die Arbeit, entwickelt neue Ideen und bringt das Unternehmen voran.

Häufig wird im Bewerbungsgespräch die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen gestellt. Die Stärken sind schnell gefunden, doch über die Schwächen wird lieber nicht geredet oder es wird die am wenigsten schlimme herausgepickt. So ein Unsinn! Niemand ist gleich gut in allem. Wer gut schreibt, kann oft nicht besonders gut rechnen. Dann lasst den Schreiber schreiben und fürs Rechnen holt jemanden anders, der es gut und gerne macht. Lasst uns zurückfinden zu einer Kultur des Miteinanders, einer Führungskultur mit Verstand und Herz. Dann gibt es keine Grenzen mehr…

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um das Thema Gefühle und wie wir sie für unseren persönlichen Erfolg nutzen können.

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