2019 September 09

Ein Vier-Augen-Gespräch mit einer Teilnehmerin

In den Pausen meiner Seminare führe ich häufig sehr interessante Gespräche, die mich stets motivieren, als Mentor hundert Prozent zu geben. Teilnehmer oder Teilnehmerinnen, nutzen diese Möglichkeit mich in einem ruhigen Moment, um Rat oder Feedback zu bitten. In diesem Blogbeitrag erzähle ich Dir von einer lieben NLS-Teilnehmerin, die einen kleinen Motivationsschub von mir bekam.

 

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2019 September 09
2019-09-30T10:16:43+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

Während einer kurzen Pause in einem meiner NLS-Seminare sprach mich eine Frau mittleren Alters an. Ich hatte sie schon öfter in meinen Seminaren begrüßen dürfen. Mit schnellen  Schritten kam sie auf mich zu und begann sofort zu erzählen wie ein Wasserfall, ohne Punkt und Komma: „Hallo Marc, manche Kunden sind kniffliger als so manch ein Rätsel, das kennst Du bestimmt. Weißt Du, manchmal habe ich mit Kunden zu tun, die alles hinterfragen, bis es mich endgültig irritiert. Es ist sehr anstrengend, verstehst Du? Wie du vielleicht merkst, spreche ich gerne sehr ausführlich. Das ist doch wichtig, oder? Was kann ich denn tun, um besser auf solche Kunden einzugehen?“

Ich nahm einen tiefen Zug aus meinem Wasserglas und räusperte mich: „Bevor ich Dir darauf antworte, möchte ich dich fragen: Wie gehst Du denn in Deinen Kundengesprächen vor?“ Die Frau dachte stirnrunzelnd nach und offenbarte leicht verlegen Folgendes: „Nun ja, ich begrüße meine Kunden ganz freundlich und biete ihnen sofort meine Produkte an. Ich bin etwas unerfahren im Verkauf, habe aber auch schon einige Erfolge erzielt. Und ich habe schon einiges aus Deinen Seminaren gelernt“.

Lächelnd nickte ich ihr zu: „Was fühlst Du, wenn Du mit Kunden redest? Hast Du vielleicht schon Feedback von Deinen ersten Kunden bekommen?“ „Also, das ist mir jetzt ein wenig unangenehm, aber viele meinten, ich sei ihnen zu hektisch und würde zu schnell reden. Außerdem schienen die Kunden oft gelangweilt, während ich krampfhaft versuchte das Gespräch aufrechtzuerhalten. Vielleicht sollte ich das mit der Selbständigkeit lassen“, sagte sie in einem traurigen Unterton.

Ich brachte in Erfahrung, dass die gute Dame seit einem Jahr einen Blumenladen führt, in dem sie auch Dekoartikel für den Garten anbot. „Wow, das ist eine starke Leistung. Du kannst stolz auf dich sein. Bitte gib bloß nicht auf. Der Weg zum Erfolg ist ein Prozess. Dir fehlt lediglich der Feinschliff. Hast Du Dir vom letzten Seminar Notizen gemacht? Da habe ich doch über die Bedarfsanalyse gesprochen. Was möchte Dein Kunde? Hör Dir an, was Deine Kunden sagen und versuche lediglich zu beraten. Achte darauf, dass Du verstehst, was sie von dir wollen. Versuche Ruhe auszustrahlen. Bist Du stolz auf Deine Produkte? Dann bleibe gelassen. Es ist wie Angeln. An einem schönen Tag sitzt Du an einem Teich und wartest bis der Fisch von alleine auf den Köder zu schwimmt. Du musst nichts weiter tun als Dich gedulden. Und sobald der Kunde Interesse zeigt, zeigst Du ihm, dass er bei Dir gut aufgehoben ist. Stelle konkrete Fragen und lassen Deinen Kunden stets zu Wort kommen“.

Die Teilnehmerin schmunzelte ein wenig. Sie zögerte einen kurzen Moment und gab schließlich zu: „Nun ja, so habe ich das tatsächlich noch nicht gesehen. Oh, die Bedarfsanalyse, dazu habe ich noch eine Menge Notizen. Die sollte ich mir echt irgendwo sichtbar aufhängen, um es mir besser einzuprägen. Ich habe gedacht, ich schaffe es auch einfach so. Wahrscheinlich erschlage ich meine Kunden mit meiner euphorischen Art. Ich muss lernen ruhiger zu sprechen und auf die Bedürfnisse meiner Kunden einzugehen. Vielen lieben Dank für Deine Zeit.“, erwiderte sie erfreut.

Mein Glas war bereits leer und ein Blick auf meine Uhr verriet, dass es Zeit war, mein Seminar weiterzuführen. „Sehr gerne. Ich werde, wenn es die Zeit erlaubt, im Raum mit den anderen ausführlicher thematisieren. Ja? Super!“, entgegnete ich ihr. „Oh, Marc, noch eine kleine Frage. Ich bin schon sehr hektisch. Das ist mir bewusst. Wie könnte ich denn ruhiger werden? Ich habe verschieden Tees bereits probiert, aber … das vertrage ich nicht so gut“, stammelte sie gestresst vor sich her. Ich stellte mein Glas ab.

„Meditiere täglich zwanzig Minuten und du wirst bald einen Unterschied bemerken. Versprochen! Kommst du mit mir rein? Die anderen warten schon“, rief ich ihr lächelnd zu, als ich mich bereits auf dem Weg zu meinen anderen Teilnehmern machte. Mit einem Lächeln bejahte sie meine Einladung. Und somit betraten wir gemeinsam den großen Seminarraum, wo eine wissbegierige Gruppe Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Branchen bereit für die nächste theoretische Erfolgsrunde war.
 

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