2018 July 27

NLP: Was ist NLP? Teil 2

Wie und durch wen wurde NLP entwickelt? Und wie kam es dazu, dass NLP mittlerweile diese herausragende Stellung in Unternehmen, der Erziehung und der Bildung eingenommen hat? Begleite mich auf die spannende Reise durch die Geschichte des NLP!

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2018 July 27
2018-10-01T14:42:42+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

Anfänge des Neurolinguistischen Programmierens

Die Entwicklung von NLP geht auf die beiden amerikanischen Wissenschaftler Dr. Richard Bandler und John Grinder zurück. Grinder lehrte damals als Assistenz-Professor für Linguistik an der Universität von Kalifornien. Bandler hingegen war als Mathematiker, Computerspezialist und Psychologe tätig. Grinder befasste sich mit den Forschungsarbeiten Bandlers und brachte seine linguistische Expertise mit ein. Die Zusammenarbeit begann.
Beide gingen Anfang der 1970er der Frage nach, was kompetente Menschen von denjenigen mit herausragenden Ergebnissen und Erfolg unterscheidet. Dabei ging es ihnen nicht darum, was der Antrieb der Menschen war, also warum sie so handelten, sondern stattdessen wie sie handelten. Sie analysierten die Sprache, die Körpersprache und die mentalen Prozesse der erfolgreichen Persönlichkeiten und leiteten verschiedene Muster und Regeln ab. Wichtig war ihnen dabei, dass die analysierten Prozesse auch von Dritten nachgeahmt werden konnten. Genau deswegen ist auch das „Wie“ so entscheidend im NLP. Menschen sollen die Muster für sich und ihre individuelle Motivation nutzen können.
Anfang 1974, etwa 2 Jahre nach dem Beginn der Zusammenarbeit der beiden, entwickelten Bandler und Grinder zusammen mit Studenten die ersten Meta-Modell-Strukturen. Das Meta-Modell selbst ist ein Modell, das auf spezifischen Fragekonstruktionen beruht und mit deren Hilfe man es schafft, tiefgründige und verborgene Informationen und Inhalte in einem selbst zu entschlüsseln. In der Folgezeit entwickelten Grinder und Bandler immer neue Muster und verbanden verschiedene Disziplinen mit unterschiedlichen Denkansätzen. Dabei kombinierten sie die unterschiedlichen Fachrichtungen, wie Informatik, Psychologie, Psychotherapie, Linguistik oder Mathematik miteinander und erzielten so erstaunliche Ergebnisse. Die Arbeiten von Gregory Bateson, Chomsky, Hans Vaihinger,  Ross Ashby, Virginia Satir, Milton Erickson und vielen mehr beeinflussten die Entwicklung des NLP.


NLP: Verschiedene Meilensteine in der NLP – Geschichte

Nach den NLP-Anfängen entwickelte sich eine immer stärkere Grundstruktur in der neurolinguistischen Programmierung. 1976 entstand so aus den verschiedenen Sprachmodellen, die sich unter anderem auf die Forschung der beiden faszinierenden Persönlichkeiten Fritz Perls, dem Begründer der Gestalttherapie, und Virginia Satir, der Begründerin der Familientherapie, stützen, das Meta-Modell der Sprache. 1978 gründete Bandler zusammen mit Grinder die „Society of NLP“, die bis heute Bestand hat und in der Bandler selbst noch NLP- Trainer weltweit ausbildet. Später entwickelten Grinder und Bandler das Milton-Modell. Dieses Modell beruht auf den Beobachtungen und der Zusammenarbeit mit dem Hypnotherapeuten Milton Erickson. Bereits in der Zwischenzeit waren die beiden Begründer des NLP besonders darauf fokussiert ihre Erkenntnisse in Form von Vorträgen, Workshops und Seminaren der breiten Masse zugänglich zu machen. Das NLP-Verfahren wird kontinuierlich von NLP-Forschern weiterentwickelt und bietet somit immer wieder neue Antworten und Ansätze, um den eigenen emotionalen Zustand und die Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und sich bewusst zu machen.
 

Gründer und Entwickler des NLP

Genauso faszinierend wie die Geschichte des NLP, sind die Begründer und Entwickler der Neurolinguistischen Programmierung. Um dir eine Orientierung zu geben, stelle ich dir die wichtigsten Persönlichkeiten vor.    


Richard Bandler

Richard Bandler wurde am 24. Februar 1950 in New Jersey geboren und erlangte seinen Magisterabschluss 1975 in theoretischer Psychologie. Bereits 1972 transkribierte er Gestaltungssitzungen von Fritz Perls und leitete Gestalttherapie-Gruppen (mit Frank Pucelik). Bei diesen Gruppen lernte er auch John Grinder kennen. Daraus entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit, die darin mündete, dass beide Sprachmuster formulierten und letztlich das Meta-Modell der Sprache entwickelten. Hiernach folgten die Analyse der nonverbalen Kommunikation und die Modellierung von Vorbildern und ihren besonderen Fähigkeiten. Diesen Modellierungsprozess vollzog Bandler sogar auf Reisen und modellierte Schamanen, Yogis und viele Gelehrte in den verschiedensten Ländern. So entwickelten sich immer weitere NLP-Techniken aus den Erkenntnissen dieser Reisen, wie zum Beispiel das Design Human Engineering oder die Neuro Hypnotic Repatterning. 1978 gründete Bandler schließlich die „Society of NLP“ und begann mit der gezielten Ausbildung von NLP-Trainern. Daneben forschte Bandler selbst immer weiter und leistete so wichtige Beiträge zum NLP, wie das Ankern, Nesting Loops, Reframing, Submodalitäten und die Timeline. Nach einem Rechtsstreit zwischen Bandler und Grinder einigte man sich Ende 2000 darauf, die Erkenntnisse und Beiträge des anderen anzuerkennen.


John Grinder

John Grinder gilt neben Richard Bandler als einer der Begründer des NLP. Er war als Professor an der University of California in Santa Cruz für Transformationsgrammatik tätig. Grinder wurde auf Bandler und dessen Forschung aufmerksam und half diesem, indem er seine Kenntnisse und sein Wissen über Linguistik und der Modellbildung mit einfließen ließ. Zusammen verfasste er mit Bandler diverse Bücher und entwickelte das Meta-Modell, das schließlich den Grundstein für NLP bildete. Durch die Forschung am Meta-Modell kamen Bandler und Grinder in Kontakt mit den Koryphäen auf ihren jeweiligen Gebieten, wie Fritz Perls, Virginia Satir, Gregory Bateson und Milton H. Erickson. Diese Persönlichkeiten modellierten beide und ließen diese Erkenntnisse in weitere NLP-Methoden, wie zum Beispiel das Chunking, einfließen.


Weitere Entwickler des NLP


Fritz Perls

Fitz Perls wird den entfernten Vertretern der Psychoanalyse zugerechnet. Obwohl er die Psychoanalyse oftmals kritisierte, kam es bei seinen Forschungen immer wieder zu Überschneidungen mit der Theorie Freuds. Perls Schwerpunkt war die Gestalttherapie, die sich mit dem Charakter des Menschen und dem Durcharbeiten verschiedenster emotionaler und psychischer Widerstände befasste. Dieser innere Wachstums- und der damit verbundene Erkenntnisprozess, machen ihn zu einem der geistigen Väter des NLP. Bandler und Grinder modellierten diese Prozessmuster und machte sie so nutzbar für das Neurolinguistische Programmieren.


Virginia Satir

Viriginia Satir erlebte eine schwierige Kindheit. Der Vater war Alkoholiker, was zu Spannungen innerhalb der Familie führte. Satir arbeitete als Lehrerin und machte eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin, bevor sie eine psychoanalytische Ausbildung durchlief. Im Anschluss daran eröffnete sie eine private Praxis. Satirs Auffassung nach sollte jeder Mensch sein Grundpotential nutzen, um frei zu sein. Hierbei hielt sie sich an 5 verschiedene Prinzipien, die es jedem Menschen ermöglichen, Wachstum und Zufriedenheit zu erlangen:

1.  Der Mensch soll die Freiheit haben zu sehen und zu hören, was unmittelbar passiert und wirklich da ist. Der Mensch soll nicht in der Vergangenheit oder Zukunft verweilen.

2. Jeder Mensch soll das aussprechen können, was er wirklich fühlt und nicht sagen, was von ihm erwartet wird. 3. Der Mensch soll seine Gefühle verstehen und sich nichts vormachen.

4. Der Mensch soll darum bitten können, was er braucht und er soll nicht um Erlaubnis fragen.

5. Der Mensch soll bewusste Risiken eingehen können und nicht immer auf „Nummer sicher“ gehen. Diese Standpunkte zeichneten sie insbesondere in der Familientherapie aus. Hierbei traf sie grundlegende Aussagen über die Therapiemöglichkeiten und legte den Schwerpunkt darauf, dass nicht jedes Familienmitglied isoliert, sondern das Verhalten der Familie im Ganzen betrachtet wird. Durch verschiedene Methoden werden so nach und nach die inneren Prozesse und sozialen Dynamiken entschlüsselt. Bei der Familientherapie definierte sie 4 negative Kommunikationsarten.

1. Beschwichtigung Ich mache immer alles falsch. Das Gefühl dabei: Ich muss jeden glücklich machen, damit er mich liebt.

2. Anklagen Ich mache nie etwas richtig. Das Gefühl dabei: niemand schert sich um mich.

3. Rationalisieren Das Gefühl dabei: Ich muss Leuten zeigen, wie intelligent ich bin. Nur Logik und gute Gedanken sind richtig.

4. Ablenken Das Gefühl dabei: Ich werde schon Aufmerksamkeit bekommen, ganz gleich, wie extrem ich mich verhalte. 1972 lernte sie Richard Bandler kennen, der ihre Forschungen modellierte. Ihre Studien und Ergbenisse hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des NLP, so wie wir es heute kennen.


Milton H. Erickson

Milton H. Erickson war ein amerikanischer Psychiater und Hypnotherapeut, der neben der modernen Hypnotherapie maßgeblich die Hypnosetechniken im NLP beeinflusste. Neben seiner Legasthenie litt Erickson sein Leben lang an Kinderlähmung. Nach der ersten Erkrankung, bei der die Ärzte ihn bereits aufgegeben hatten, war Erickson bewegungsunfähig. Es schien, als würde er nie wieder gehen können. Doch Erickson schaffte es durch halluzinative Vorstellungen seine Muskeln zu aktivieren und konnte im Anschluss auf Krücken gehen. Entgegen dem Rat der Ärzte sich auszuruhen und sich mit dem jetzigen „glücklichen“ Zustand abzufinden, machte Erickson eine 1200 Meilen lange Kanutour. Danach konnte er sich, bis auf ein leichtes Hinken, frei bewegen und hatte beinahe wieder einen perfekten Bewegungszustand erreicht. Angetrieben von den eigenen Erfolgen und durch den Kontakt mit Hypnose, forschte Erickson unentwegt an den verschiedensten Techniken und Möglichkeiten, die es ihm ermöglichten, entgegen der gängigen Lehrmeinung, individualisierbare Hypnosemethoden anzuwenden. Im weiteren Verlauf seines Lebens musste sich Erickson immer wieder mit der Kinderlähmung auseinandersetzen, die seinen Alltag immer wieder beeinträchtigte. Dennoch gelangen ihm zig Durchbrüche in der Hypnotherapie und er entwickelte einen neuen Ansatz, der sich in der Neurolinguistischen Programmierung wiederfindet. Erickson betonte immer, dass jeder Mensch einen passenden therapeutischen Ansatz braucht und somit pauschale Hypnotherapien nutzlos seien. Stattdessen hob er die Individualität hervor. Zudem unterstrich er die positive Rolle des Unterbewusstseins, auf das durch gezielte verbale und non-verbale Techniken Zugriff genommen wird. Somit zapft der Patient die Selbstheilungskräfte und kreativen Ressourcen des Unterbewusstseins an. Diese Art der Hypnose haben Bandler und Grinder studiert, modelliert und im Milton-Modell beschrieben. Somit gehen alle individuellen Hypnosetechniken auf Milton H. Erickson zurück.


Damit hast du einen ersten Einblick in die breitgefächerte Thematik des NLP erhalten. Freue dich auf weitere Artikel, die dir unterschiedliche Themen und Methoden zeigen. So wirst du Schritt für Schritt lernen diese Techniken anzuwenden, damit du deine ganzes Potential entfalten kannst und erfolgreich wirst!

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