NLP: Anker raus!

Ankern gehört zu den Grundlagentechniken des NLP. Dabei werden bewusst herbeigeführte Reize miteinander verbunden und Reaktionen erzeugt. Zeit, hinter die Kulissen deines Unterbewusstseins zu blicken!

 

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Erstellt von Marc Galal
 |  2018-10-23T11:13:15+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

Iwan Pawlow und der Anker

Ankern, oder auch die Erweiterung einer Konditionierung, ist ein angelernter Reflex (nicht angeboren), der es dir erlaubt, Gefühle aus bestimmten Situationen abzuspeichern und wieder hervorzurufen. 
Als Entdecker des Ankerns gilt Iwan Pawlow, der durch seine Studien mit Hunden, Glocken und einem Napf voll Fressen große Bekanntheit erlangte.

Er stellte fest, dass neben den unbedingten Reflexen, die uns angeboren sind, wie zum Beispiel das Blinzeln, es noch eine andere Form der Reflexe gibt: die bedingten oder auch erlernten Reflexe.

Diese bedingten Reflexe entdeckte er bei einem Experiment mit besagten Hunden. Immer wenn er den Hunden etwas zu fressen gab, läutete er mit einer Glocke. Bereits nach einigen Wiederholungen beobachtete Pawlow etwas Sensationelles: Nach einer gewissen Zeit brauchte er nur noch mit der Glocke zu läuten und ohne dass die Hunde das Fressen sahen, begannen sie zu sabbern. Die Besonderheit daran war, dass die Hunde normalerweise diese Art von Reaktion erst zeigten, wenn sie das Fressen sahen oder rochen. Alleine der Ton der Glocke reichte nun aus, um diese physiologische Reaktion hervorzurufen.

Da das Glockengeläut völlig fremd für die Hunde war, zumindest vor dem Experiment, da es so in ihrer Lebenswelt nicht vorkam, schlussfolgerte Pawlow Folgendes: 
Jede beliebige innere Reaktion lässt sich an einen äußeren Reiz koppeln. Hierbei spricht man dann von der Konditionierung

Ankern, also die Verbindung von assoziativen Verbindungen zwischen einem Reiz und einer körperlichen Reaktion, geht in einigen Punkten allerdings noch weiter und stellt so die Weiterentwicklung der klassischen Konditionierung dar. Es wird im NLP als Basis für die verschiedensten Methoden verwendet. Darüber hinaus nutzen viele Menschen diese NLP-Methode ganz unterbewusst. 


Ankern: Bedeutung

Wenn wir vom Ankern im NLP (Was ist NLP überhaupt?) sprechen, meinen wir im groben Kern die Konditionierung nach Pawlow. Beim Ankern werden Erfahrungen immer als sinnliche Informationen verstanden. Davon abgeleitet ergibt sich also, dass jede Erfahrung, die wir gemacht haben, reproduziert werden kann und wir erneut so fühlen und uns gleichzeitig diese Zustände zu Nutze machen können. Ein Anker ist also ein Reiz, eine Art Stimulus oder Trigger, der bei uns eine bestimmte Reaktion auslöst und genau diese Methode haben Bandler und Grinder für NLP übernommen. 

Damit ein Anker funktioniert, müssen Reiz-Reaktionen einige Male wiederholt werden, sodass sie sich festsetzen. Dies ist deshalb so wichtig, da wir eine starke innere Reaktion brauchen, damit das Ankern funktioniert. Je öfter wir also etwas machen, desto stärker bleibt es haften und erzielt die gewünschte Wirkung. Sollten wir es nur einmal versuchen, so muss der Reiz derartig groß sein, dass er bleibt. Das passiert in manchen Fällen dann, wenn wir ein Trauma erleiden oder unser gefühlter Schmerz so groß ist, dass wir die unbedingte Vermeidung erreichen wollen (So kannst du Schmerzen beim Kunden im Verkaufsgespräch nutzen). 
Auf der einen Seite können wir Anker durch die Wiederholung stärken, auf der anderen Seite schwächen sich Anker mit der Zeit aber auch wieder ab. Stimulus und Response werden einfach schwächer, aber nicht gelöscht. Möchte man den Anker auffrischen, kann man ihn erneut laden und so die Verbindung wieder stärken. 


Sinneskanäle

Das Ankern selbst findet über die Sinne statt. Du kannst also verschiedene Formen des Ankerns nutzen, damit die Konditionierung wirklich stark ist und funktioniert. Hierbei kommt es immer darauf an, welcher Sinnestyp du bist. So kann es sein, dass du etwas hörst und kaum darauf reagierst, aber sobald du es liest, wird ein Trigger frei und der Anker wird gesetzt.
Dadurch kommt es auch zu unbewussten Handlungen. Du reagierst automatisch.

Erinnere dich zum Beispiel an deinen ersten Kuss. Lief währenddessen ein bestimmtes Lied? Und was passiert, wenn du heute dieses Lied hörst? Genau, das selbe warme Gefühl von Frischverliebtsein hüllt dich wieder ein. Oder der Duft von frischgebackenen Plätzchen, der dich an deine Oma erinnert und dir ein Gefühl von Geborgenheit gibt. Oder ein Erinnerungsfoto von dir mit deinem Lieblingsspielzeug in der Hand, welches dich direkt fröhlicher macht, weil du dich an die schöne unbeschwerte Zeit erinnerst. All das sind Anker, Trigger, die in dir ein bestimmtes Gefühl auslösen. 

Das Tolle ist, dass du nicht nur vergangene Erfahrungen unbewusst ankern, sondern ganz gezielt Anker mit neuen Erfahrungen schaffen kannst. Du kannst zum Beispiel Erfolgsgewohnheiten ankern, damit du deinen Tagesablauf und dein Leben weiter optimierst und noch erfolgreicher wirst!
Bevor wir uns damit beschäftigen, lass uns noch einmal alle Sinneskanäle durchgehen, über die du dich selbst ankern oder durch andere Personen geankert werden kannst.



Visuell:

Visuelle Anker können in verschiedenen Gewändern auftreten. Sei es ein Symbol, Gesten oder auch die Mimik, aber auch Gemälde oder Filme können als visueller Anker dienen. Alles, was du quasi siehst, kann als Anker-Reiz dafür dienen. Denke nur einmal an Folgendes: Jemand schiebt sich einen vor Fett triefenden Burger in seinen Mund und du siehst, wie ungepflegte Zähne den Burger zerkauen. Noch hungrig? Durch die Visualisierung entsteht ein Ekelgefühl in dir und das Kopfkino beginnt. Dein Körper reagiert darauf und das Hungergefühl flaut augenblicklich ab.


Auditiv:

Auditive Anker sind vornehmlich Worte oder Geräusche. Gerade durch die Lautstärke, die Tonhöhe, die Geschwindigkeit und die Aussprache können Anker gesetzt werden. Ebenso wie durch Melodien, Geräusche aller Art, wie die Sirene eines Krankenwagens. Ist dir einmal aufgefallen, dass du gar nicht mehr darüber nachdenkst, sondern automatisch Platz machst, wenn du eine Sirene hörst?


Kinästhetische Anker:

Manche Anker werden durch das alleinige Fühlen und Berühren von Materialien oder Menschen ausgelöst. Die Nähe zu Menschen oder wenn uns unsere Liebsten berühren oder umarmen, lösen in uns die verschiedensten Emotionen und Erinnerungen aus.


Gustatorische Anker:

Alle geschmacklichen Dinge können als Anker dienen. Denke nur einmal an ein Essen zurück, das deine Mutter immer gemacht hat und das du absolut liebst. Du wirst auf einmal in Erinnerungen schwelgen, die an und für sich gar nichts mit dem Essen zu tun haben. Aber du wirst automatisch in deine Kindheit zurück versetzt. 


Olfaktorische Anker:

Gerüche haben einen sehr großen Einfluss auf uns. Hast du auch schon einmal gesagt: „Den kann ich nicht riechen.“?
In diesem Satz steckt sehr viel Wahrheit. Gerüche von Dingen, Tieren und auch Menschen wirken deshalb so intensiv auf uns, weil sie direkt an das limbische System gesendet werden, das vorwiegend für unsere Emotionen verantwortlich ist. Hier werden Urinstinkte geweckt. 

So, jetzt hast du schon mal einen ersten Überblick über das Ankern und welche verschiedenen Sinne dabei eine Rolle spielen. Weitere Infos zu den Sinnen und dem Ankern findest du im Artikel "VAKOG und der Alltag". Du weißt nun, warum du manche Dinge nicht magst oder auf bestimmte Impulse so reagierst, wie du es tust. Wie man Anker richtig setzt und was es mit Physiologien und State-Management auf sich hat, erfährst du in den nächsten Teilen.
 

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