Die Sache mit dem Überraschungsei…

Kennen Sie die Überaschungsei-Werbung von Ferrero? Man sieht verschiedene Kinder in einem Raum sitzen. Eine junge Frau kommt und schenkt ihnen ein Ü-Ei. Sie sagt den Kindern einzeln, dass sie gleich wieder kommt und wenn sie das Ei in dieser Zeit nicht essen, dass sie dann noch ein zweites Überraschungsei bekommen. Man sieht die Kids einzeln, sie schauen sich das Ei genau an, sie schütteln es… Und essen es auf.

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Erstellt von Marc Galal
 |  2018-09-30T20:52:52+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

Mal ganz davon abgesehen, dass die Kinder wirklich gut ausgewählt wurden. Sie sind einfach total niedlich und man sieht ihnen den Gewissenskonflikt an. Sie wollen ja warten, aber wie lange denn… Und überhaupt, hier und jetzt liegt dieses leckere Ü-Ei ja schon. Sozusagen in greifbarer Nähe… Es geht einfach nicht, die Hürde ist einfach zu groß, das Ü-Ei muss weg.

Was ist genau passiert? Die Kinder werden vor eine äußerst schwierige Wahl gestellt: kleine Belohnung jetzt oder jetzt keine Belohnung, dafür aber später eine größere. Im Grunde genommen könnte man meinen, dass es ganz einfach wäre. Ist es aber nicht, denn was wie eine zugegeben sehr gut gemachte Werbung aussieht geht auf den „Marshmellow-Test“ von Walter Mischel aus den späten 60er Jahren zurück. Das Prinzip war ähnlich wie in der Werbung. Ein Kind bekam ein Marshmellow und dazu wurde ihm gesagt, dass es das Marshmellow jetzt essen dürfe. Oder, dass es 20 Minuten warten könne und dann würde es zwei Marshmellows bekommen. Ähnlich wie bei der Werbung fiel den Kindern das Warten unglaublich schwer, doch das eigentliche Ergebnis des Tests ist verblüffend. Denn je länger das Kind der Versuchung widersteht, desto erfolgreicher wird es durchs Leben kommen, so die wissenschaftlich gut abgesicherte Prognose.

Das heißt: Wem es bereits im Kindesalter gelingt, sich selbst zu motivieren, eine kleine Belohnung auszuschlagen um eine größere zu erhalten, der wird gut durchs Leben kommen. Ehrlich gesagt mich hat dieser Schluss  erstaunt. Im Vertrieb wird der Satz „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ oft gelebt und dabei geht es doch um nichts anderes. Lieber jetzt einen kleinen Abschluss als später keinen. Ist es das, was den Unterschied ausmacht zwischen erfolgreich und super-erfolgreich? Dass Warten-können? Das sich in Geduld-üben-können? Das Vertrauen haben? Ich bin davon überzeugt, denn nach meiner Erfahrung ist der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg eine Kombination aus Selbstmotivation, positiven Glaubenssätzen und dem Durchhalten, also dem täglichen TUN. Was denken Sie? Würden Sie widerstehen können, wenn ich Ihnen jetzt ein Überraschungsei hinlegen würde? Würden Sie warten können? Oder würden Sie gleich das Papier aufreißen, die Schokolade verputzen und das Spielzeug auspacken? Natürlich im übertragenen Sinne…

In der nächsten Woche geht es hier übrigens darum, ob Arbeit Sinn machen muss. Spannende Frage, oder?

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