2019 August 29

Arbeitswelt: Gib auf Dich Acht!

Für unsere Liebsten und engsten Verwandten sind wir sofort bereit, den extra Schritt zu gehen, um ihnen unsere Loyalität zu zeigen. Wir sind schließlich gerne für sie da. Das Gefühl von Vertrautheit und bedingungsloser Liebe treibt uns voran, Dinge zu tun, die für Fremde manchmal unbegreiflich erscheinen.

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2019 August 29
2019-10-22T10:32:41+0200 Marc Galal GmbHMarc Galal

In der Arbeitswelt wird tatsächlich das Gleiche erwartet: Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und Teamgeist unter Kollegen. Was passiert aber, wenn Du immer nur für andere zur Verfügung stehst und alle Deine eigenen Bedürfnisse ignorieren? Ja, Du wirst irgendwann an einem Punkt ankommen, wo die einzigen, die Dich auffangen Deine Liebsten sind. In diesem Blogbeitrag erzähle ich Dir eine Geschichte über eine Frau, die erst an ihre Grenzen kommen musste, um ihren Wert zu erkennen.

So erging es auch Anna. Als langjährige Mitarbeiterin in einem renommierten Unternehmen legte sie an einem Montagmorgen ihrem Chef einen Urlaubsantrag vor.

Annas erster Tag im Unternehmen fing ganz entspannt an und anfangs freute sie sich auch über mehr Verantwortung, was natürlich mehr Leistung und Zeit in Anspruch nahm. In der Zeit widmete sie sich komplett der Arbeit. Sie tat es aus Überzeugung und auch aus Leidenschaft. Sie liebte schließlich ihren Job. Da sie eher introvertiert ist und lieber zu Hause ihre Freizeit verbrachte, wandten sich irgendwann die wenigen Kontakte, die sie gelegentlich pflegte von ihr ab. Sie flüchtet sich regelrecht in die Arbeit. Ihre Pausen verbrachte sie alleine im Büro vor dem Monitor, weiterhin stets am Arbeiten.

Als das Unternehmen eine wirtschaftliche Krise durchlebte, wurden einige Kollegen entlassen. Anna hatte Glück, denn sie war schon seit Tag eins dabei. Doch das Glück verschont zu sein, wurde ihr schnell zum Verhängnis. Ihre Aufgabenfelder wurden immer größer. Sie übernahm die Aufgaben der gekündigten Kollegen. Sogar am Wochenende konnte sie die Arbeit nicht ruhen lassen. „Ich komme sonst nicht mehr nach!“, dachte sie sich immer wieder. Sie nahm enorm an Gewicht zu. Augenringe verrieten ihren Stresspegel und sie fühlte sich sichtlich unwohl. Dennoch blieb der Fokus immer auf Terminen, Deadlines und Leistungen unter immensen Zeitdruck.

Irgendwann bekam sie einen Anruf von ihrer Mutter: „Hallo mein Kind, ich habe mir schon Sorgen gemacht. Ich habe Dich seit Tagen versucht zu erreichen. Ist alles in Ordnung?“. Gegen Tränen ankämpfend stotterte Anna: „Ich … mir geht es gut, Mama. Ich habe es voll verpeilt. Tut mir leid. Habe in letzter Zeit viel zu tun“. Gereizt und erschöpft wimmelte sie ihre Mutter ab.

Am nächsten Tag hatte Anna verschlafen. Sie eilte so schnell sie konnte zur Arbeit. Ihr Chef schrie sie vor gesammelter Mannschaft an. „Glauben Sie wirklich, dass hier jeder tun kann, was er will?“ fauchte er Anna an. Anna entschuldigte sich und nahm an ihrem Schreibtisch Platz. Sie fing an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Mit einer inneren Leere verließ sie stürmisch das Unternehmen und fuhr nachhause. Zuhause angekommen, lag sie sich zum Schlafen hin. Dieses Vorhaben wurde allerdings unterbrochen. Es klingelte plötzlich stürmisch an der Tür. Ihre Mutter platzte herein: „Meine liebste Anna, was ist denn nur los? So kenne ich Dich doch gar nicht. Dein Chef hat mich angerufen und erzählt, dass Du einfach gegangen bist.“ Ohne Worte fielen sich die beiden Frauen in die Arme und Anna begann, nachdem sie sich beruhigt hatte, zu erzählen.

„Ich kann nicht mehr. Ich bin ständig müde, habe unglaubliche Stimmungsschwankungen und fühle mich einfach schwach. Mama, ich kann das nicht mehr aushalten. Ich fühle mich wie leergesaugt… ich bin so unzufrieden mit meinem Leben. Nichts bereitet mir mehr Freude“, sagte Anna mit einem leeren Blick gegen die Wand. Ihre Mutter fasste zärtlich nach Annas Kinn. „Schau‘ mich bitte an. Du bist ja völlig erschöpft. Du bist keine Maschine. Du bist nicht auf dieser Welt, um nur zu arbeiten. Du brauchst unbedingt Urlaub! Komm mache dich frisch. Wir gehen jetzt erstmal was Essen. Wir finden schon eine Lösung, Liebes“.

Anna entschloss spontan gemeinsam mit ihrer Mutter in den Urlaub zu fliegen. Genug Zeit, um sich ihrer Situation bewusst zu werden. Sie lernte auch mal „nein“ zu sagen, wenn nötig und ihre Ernährung und Lifestyle umzustellen.

Was würdest du tun? Hättest du dir von alleine Hilfe gesucht?

 

 

 

 

 

 

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